”The Sum Of Disappearing Sounds” review by Bad Alchemy Magazin

Posted on January 22, 2012

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”CEZARY GAPIK ist im Vergleich zu seinem Labelkollegen afarOne ein alter Hase. Der 1963 in Czestochowa geborene Do-It-Yourselfer in Sachen Soundart fand nach einer Postpunksozialisation seine eigene Richtung, als er die Klangwelten von Mick Harris und Dan Burke mit denen von Feldman, La Monte Young, Radigue oder Niblock verschmolz. Nach vier Dutzend Ausgaben seiner ‘Sound Sketchbooks’ im Selbstverlag zieht er mit ‘The Sum Of Disappearing Sounds’ (KR 008) eine Zwischenbilanz seines ‘ambient depressionism’. Zur Klangerzeugung dienen Laptop, Soundprozessoren, E-Gitarre und Klavier, jeweils präpariert, Vibratoren, Geigenbogen, Glas, Papier und Metal. So entstanden vier dröhnminima­listisch summende Langwellenmantras, die dabei in sich vibrieren, zirpen und beben. Vier Oms, die die Kunst des tiefen und langen Atems üben. Der Sound von ‘Uncertainty’ schwingt wie eine Glasharmonika im Ohr. Nada Brahma, alles beginnt mit einer Urschwingung. ‘The Gradual Loss Of Elasticity’ surrt wie ein Dynamo und erstarrt dabei zu einer stehenden Welle. Die Basis von Allem, der Zwang hinter Allem. Die Dynamik hier wird rauer und stürmischer, industrialer, wenn man so will. Aber beruhigt sich wieder. ‘Idiomat’ scheint in seiner brummigen Motorik dem Stand der Din­ge zu entsprechen, mit leichten Schwankungen und Fieberschüben ein undramatisch idiotisches Immersoweiter. Bassig knurrend versenkt ‘Still, No Beginning, and ….. Without End’ einen zuletzt in eine Art Beckettsche endlose Anfangslosigkeit, ein unaufhörliches Aufhören. Heißt das: Nur wenn es still würde, könnten wir endlich etwas hören? Ich bin etwas verwirrt, ich bin wohl zu bedröhnt.” – Bad Alchemy Magazin [BA 72 rbd]
 
Cezary Gapik – The Sum Of Disappearing Sounds (CD sampler) by Cezary Gapik
 

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